Menschenrechtspreis für Zwangsmaßnahmen Betreiber
Es ist schon erstaunlich wer, und vor allem wofür, heutzutage einen Menschenrechtspreis zuerkannt bekommt. Kürzlich erschein in der Kleinen Zeitung ein Artikel über drei Empfänger des Menschenrechtspreises 2008, der jährlich vom Land Steiermark verliehen wird. Dieser Preis ist dottiert auf 7500 €, und wurde unter anderem an Herrn Otmar Pfeifer vergeben.
Zur Person Otmar Pfeifer

Herr Pfeifer (links) und Franz Voves (rechts) - Herr Pfeifer ist unter anderem Mitarbeiter des Sozialamtes in Graz, und Leiter des ,,gemeinnützigen“ Vereins “ERfa”. (Bildquelle: Homepage der SPÖ Graz)
Auszug einiger Artikel zur Preisverleihung
Folgendes ist auf den Webseiten über diesen einmaligen Verein ERfA zu lesen.
,,Zielgruppe des Vereins sind Menschen, die auf Grund ihrer gesundheitlichen oder sozialen Situation schwer in der Lage sind, am Arbeitsmarkt selbstständig Fuß zu fassen. Diese Menschen erhalten durch passgenaue Beschäftigungsmöglichkeiten die Chance, wieder in das Arbeitsleben integriert zu werden.“ (Landespressedienst Steirmark)
,,Thomas Corti, Obmann des Vereines, sowie Otmar Pfeifer vom Grazer Sozialamt vermitteln durch ihre Vereinsarbeit vielen Punks und anderen „bunten“ Menschen Arbeitsmöglichkeiten.“ (Homepage der Stadt Graz)
„Arbeit ist in Österreich – juristisch gesehen – zwar nicht in den Grundrechtskatalog aufgenommen, aber dennoch ist die Tatsache, eine Beschäftigung zu haben, meiner Meinung nach als Menschenrecht zu qualifizieren. Arbeit ist das wirksamste Mittel, um Armut entgegenzuwirken, Arbeit wirkt identitätsstiftend und Arbeit schafft Selbstvertrauen. In unserer Gesellschaft gibt es leider immer mehr Menschen, die sich aufgrund ihrer gesundheitlichen oder sozialen Situation schwer tun, am Arbeitsmarkt selbstständig Fuß zu fassen. Für diese Personengruppe müssen besondere Unterstützungsangebote angeboten werden. Genau das macht ERfA: Im Vordergrund des Projekts steht es, den Menschen die Chance zu geben, vorliegende Vermittlungshemmnisse nach Möglichkeit ‚Schritt für Schritt’ abzubauen, so dass ein stufenweiser Einstieg ins Erwerbsleben ermöglicht wird“, so Sozialstadträtin Edlinger.“ (Homepage der Grazer SPÖ)
Menschen, die sich schwer tun, muss man also zu ihrem Glück zwingen? Man muß sie um jeden Preis fördern? Wie sinnstiftend Frau Edlinger es wohl finden würde, wenn sie selbst solche Tätigkeiten ausüben müsste, die der gemeinnützige Verein ERfA die arbeitslosen Menschen ausführen lässt. Dazu noch für den Lohn einer Versicherungsleistung, unter Zwang und Androhung das man seine Bezüge auf die man angewiesen ist verliert, sollte man sich weigern daran teilzunehmen.
Über ERfa – Erfahrung für alle
Das Beschäftigungsprojekt ist für Menschen gedacht, die weder am so genannten 1. wie auch dem 2. Arbeitsmarkt kaum mehr Chancen haben, eine Beschäftigung zu finden. Über die Aktivitäten kann man auf der Homepage des Projekts folgendes erfahren.
- Maßnahmen zur Förderung der sozialen Eingliederung, insbesondere durch einen Zugang benachteiligter Menschen zur Beschäftigung
- Maßnahmen, wie es sie bisher in vergleichbarer Form nicht gibt.
Solche Maßnahmen gibt es in vergleichbarer Form noch nicht? Wollen wir doch einmal sehen, was dieser Verein so alles anbietet.
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Beschäftigung im öffentlichen und privaten Bereich
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- Transportdienste (Übersiedlungen, Hol- und Bringdienste, Entrümpelungen, umweltgerechte Entsorgung)
- Grünraumpflege (Grazer Stadtparks, Murufer, private Gartenpflege)
- Renovierungen (Malerarbeiten, Kleinreparaturen)
- Hilfstätigkeiten in Haushalten (Reinigung, haushaltsnahe Dienste)
- Sozialwerkstatt (Reparatur und Recycling von Elektrogeräten u.a.)
- Kunst und Aktion als Werk, Ausdrucksform und Begegnung
Diese Tätigkeiten werden noch weiter gegliedert, in ,,Niederschwellige Beschäftigungen und Arbeiten im öffentlichen und privaten Bereich“ und ,,qualifizierte Hilfsdienste“.
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- Niederschwellige Beschäftigung und Arbeit im öffentlichen und privaten Bereich
- Stadtpark und Volksgartenreinigung
- Schlossbereinigung
- Reinigung der Murufer
- Kompostierung
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- Qualifizierte Hilfsdienste
- Transport und Siedeltätigkeiten
- Hol und Bringdienste
- Entrümpelung und umweltgerechte Entsorgung
- Malerarbeiten
- Renovierungen im Wohnbereich
- Reinigungsdienste
Nun gehe ich der Eingangs erwähnten Aussage nach, und will herausfinden, ob es denn nun stimmt das es keine vergleichbaren Maßnahmen gibt. Zu diesem Zweck bemühe ich die Webseite Sozialprojekte.com, auf der alle Beschäftigungsmaßnahmen die es in Österreich gibt aufgelistet sind. Dort finden sich nun unter anderem Projekte mit kryptischen Namen wie EIBE, WOBES, Jobfabrik, arbeit:s:raum und ähnliche mehr. Sie alle bieten ebenfalls genau die selben Tätigkeiten an, wie sie auch bei ERfA zu finden sind. Zusätzlich zu diesen bereits genannten Vereinen gibt es nämlich noch 615 weitere, die mit ERfA so einiges gemeinsam haben. So werden viele dieser Vereine und Projekte vom AMS und vom ESF, dem Europäischen Sozialfond, sowie von den Ländern gefördert.
Die Schweinerei dahinter
Arbeitslose werden diesen Vereinen zugewiesen, weil das AMS für sie keine Jobs anzubieten hat. Auch Herr Pfeifer bekommt, dank der engen Kooperation mit dem AMS, ständig Menschen zugewiesen, die für den Bezug der Notstandshilfe zahlreiche Hilfstätigkeiten durchführen müssen. Eine Chance darauf, dadurch wieder auf dem 1. oder 2. Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, gibt es da genau so wenig wie bei anderen Vereinen die sich auch dieser Klientel der Langzeitarbeitslosen widmen und dafür Geld in den allerwertesten geblasen bekommen.
Zwangsarbeit
Unter dem Sammelbegriff ,,Zwangsarbeit“ könnte man diese Maßnahmen zusammenfassen. Denn wer geht schon gerne unter Zwang arbeiten? Wer arbeitet schon freiwillig dafür, eine Versicherungsleistung nicht zu verlieren? Solche Zwänge sollte es in unserer Zeit eigentlich garnicht geben, wo jeder Mensch über Rechte, wenigstens auf dem Papier verfügt. Rechte, die zumeist von Institutionen mit Füßen getreten werden, die am längeren Hebel sitzen, so zum Beispiel das AMS. Das AMS ist ja auch massgeblich daran beteiligt, das diese Zwangsarbeit wieder auflebt. Es ist dafür verantwortlich, das viele Menschen diesen Maßnahmen hilflos ausgeliefert sind, für die eine bezahlte Arbeit mittlerweile nur mehr ein ferner Traum ist. Besonders frech, und entwürdigend für die davon betroffenen Zwangsarbeiter, oder Zwangsbeglückten, ist es, wenn das ganze in der Öffentlichkeit auch noch hämisch als Unterstützung hingestellt wird.
Unverdienter Preis
Das nun einer der Betreiber solcher Zwangsmaßnahmen einen Menschenrechtspreis verliehen bekam spottet jeder Beschreibung. Die Verleiher dieses Preises sollten sich schämen, so einem Menschen einen Menschenrechtspreis verliehen zu haben! Solange die Menschen nicht aus freiem Willen dort hingehen, solange sie gezwungen werden, unter Androhung des AMS der Sperre ihrer spärlichen Bezüge zu arbeiten, verdienen sie, Herr Pfeifer, einen solchen Menschenrechtspreis nicht.
Schämen sie sich viel lieber dafür, das man ausgerechnet ihnen einen solchen Preis verliehen hat! Denn die Verleihung dieses Preises an sie, anstatt an andere Menschen die sich wirklich Tag und Nacht für das Wohl anderer einsetzen, ist beinahe als symbolischer Akt zu werten. Ein Akt der beweist, das wir wieder dahin steuern, wo wir vor über 60 Jahren schon einmal waren. Wo man Menschen die nicht mehr konnten in Lager und Heime steckte. Die Aussortierung nicht mehr Arbeitsfähiger, oder die Gründung von Arbeitslagern, wo Menschen die derzeit für sie schuften müssen dahin vegetieren können, wäre dann auch der nächste logische Schritt. Oder, Herr Pfeifer?
Liebe/r SchreiberIn! Bin beeindruckt von Recherche und Darstellung dieser skandalösen Vorgänge rund um den Grazer Menschenrechtspreis. Diese Verleihung zementiert die unhaltbaren Zustände rund um das AMS; mit Unterstützung und Zustimmung der politisch verantwortlichen. lg.ron
Ronald Hammer
20. Februar 2009 um 4:10 nachmittags
Sehr vereehrte/r SchreiberIn! Ersuche höflichst um Aufnahme unserer Website “www.amsel-org.info” in Ihre Link liste. Unser Verein “AMSEL-Arbeitslose Menschen suchen effektive Lösungen” bemüht sich seit 2006 Erwerbsarbeitslose niederschwellig zu Beraten und Ungerechtigkeiten im Umfeld von AMS und Gesellschaft aufzuzeigen.
Ronald Hammer
20. Februar 2009 um 4:27 nachmittags
Hallo! Dem Wunsch die Seite in meiner Linkliste aufzunehmen, komme ich natürlich gerne nach! Sie ist nun unter der Kategorie Links, samt einer kurzen Beschreibung, zu finden.
freundliche Grüße
Son
sonofsons
21. Februar 2009 um 1:17 nachmittags
Guten Tag,
ich arbeite an einem Artikel über ERFA für arbeitslosennetz.org. Ich bin daher interessiert an Menschen, die konkrete Erfahrungen in dieser AMS-Zwangsmassnahme haben oder in den anderen genannten.
Zwecks Vernetzung bitte ich um Aufnahme in Deine Linkliste. Ich mache gleich einen Backling …
Weiters bitte ich um eine Kontak E-Mailadresse um Dich in meinen Verteiler aufnehmen zu können.
Liebe Grüsse & frohes Schaffen
Martin Mair
Liebe Gr
Martin Mair
22. Februar 2009 um 11:20 vormittags
Hallo!
Den Link habe ich in meine Liste aufgenommen und mir erlaubt, einen kleinen Aufruf zu starten, um dir bei der Suche behilflich zu sein.
freundliche Grüße
Son
sonofsons
22. Februar 2009 um 3:25 nachmittags
[...] Menschenrechtspreis für Zwangsmaßnahmen Betreiber [...]
Steiermärkischer Menschenrechtspreis Redux « Son of Sons
1. März 2009 um 5:54 vormittags
[...] Hier, lieber Leser, triffst du nun auf einige alte Bekannte, die ich bereits im Artikel ankündigte. Du wirst dich warscheinlich an meinen Artikel erinnern, in dem ich über den Menschenrechtspreis Empfänger schrieb, dem Leiter von ERfA, Erfahrung für Alle. Falls nicht, möchte ich dir an dieser Stelle die Lektüre des Artikels empfehlen, damit du weist, worum es sich dabei handelt. Menschenrechtspreis für Zwangsmaßnahmen Betreiber [...]
“Aktion Gemeinde” und “alte Bekannte” « Son of Sons
20. Mai 2009 um 2:55 nachmittags