Steiermärkischer Menschenrechtspreis Redux
Im Leben geht der Zufall oft recht seltsame Wege. Vor nicht ganz fünf Tagen las ich im Standard Forum einen Artikel, sowie die dazu gehörigen Kommentare, und entdeckte dort einen Link den ich aus Neugierde anklickte. Die Webseite gehört Michael Schubert, und beinhaltet einen schockierenden Tatsachenbericht. Dort berichtet er über seine grauenhaften Erlebenisse in unserem Land, die nur sehr schwer zu verdauen sind. Unter anderem fand ich dort auch der Menschenrechtspreis der Stadt Graz erwähnt, der im Jahr 2007 unter anderem an Frau Daniela Grabovac, Gründerin von Helping Hands, verliehen wurde. Dieser Fund hat mich nun dazu veranlaßt, mich noch einmal mit dem Thema Menschenrechtspreis der Stadt Graz zu befassen.
Wie bekommt man eigentlich den Menschenrechtspreis?
Laut Homepage des Landespressedienstes Steiermark, können alle Steirerinnen und Steirer ihre Vorschläge an die Stabstelle für Präsidialangelegenheiten in der Landesamtsdirektion übermitteln. Es ist aber auch möglich, sich selbst für einen solchen Preis Vorzuschlagen. Der Preis wird dann auf Basis des Vorschlages einer Jury und eines Beschlußes der Steiermärkischen Landesregierung vergeben.
An welche Menschen richtet sich dieser Preis?
Er soll an Persönlichkeiten vergeben werden, die sich im Inland und Ausland um die Entwicklung, Förderung und Durchsetzung von Menschenrechten verdient gemacht haben.
Was ist das Ziel dieses Preises?
Mit dem Menschenrechtspreis des Landes Steiermark soll ein wichtiger Beitrag dazu geleistet werden, Fragen der Menschenrechte die, so erfährt man auf der Homepage des Landespressedienstes, auf Landesebene die Politker zunehmend beschäftigen, in der Öffentlichkeit bewußt zu machen. Weiters ist zu lesen, das neben vielfältigen anderen menschenrechtlich relevanten Aktivitäten und Projekten, die die Steiermark initiiert und unterstützt, sei der Menschenrechtspreis ein weiteres Bekenntnis zu grundlegenden europäischen Werten. Mit diesen Worten betont Landesamtsdirektor Dr. Gerhard Ofner die Bedeutung dieser Auszeichnung.
Wieviele Menschen empfingen bisher diesen Preis?
Seit 2001 wurde der Preis an 16 Steirerinnen und Steirer, oder deren Organisationen denen sie angehören, verliehen.
Wer sind die bisherigen Empfängerinnen und Empfänger?
Über einen der Preisträger, Herrn Pfeifer, den Begründer des Vereins ERfA, habe ich ja bereits geschrieben. Hier möchte ich nun zwei weitere Gewinner der letzten Jahre aufführen, auf die ich später noch etwas näher eingehen werde.
Verein Zebra
Beim Festakt im Weißen Saal der Burg überreichte Landeshauptmann Franz Voves, im Beisein der Projektpartner Günter Klug (Verein für seelische Gesundheit), Leo Payr (Verein Rettet das Kind Steiermark) und Rainer Danzinger (Landesklinik Sigmund Freud), den Menschenrechtspreis 2006 an Ingrid Egger (Projektleiterin) und Wolfgang Gulis (Zebra-Geschäftsführer). Damit erhält die bisher geleistete Arbeit des Projektes Bestätigung und Anerkennung, gleichzeitig bedeutet die Auszeichnung aber auch Ansporn und Auftrag, sich gemeinsam für den Weiterbestand der im Rahmen des Projektes geschaffenen Angebote zu engagieren.
Viele der Ziele des über drei Jahre laufenden Projekts werden im September erreicht, neue Angebote in Zusammenarbeit mit den psychosozialen Zentren in Hartberg, Leibnitz und Kapfenberg entstanden sein. Entscheidend für die Zukunft jedoch ist die Frage, wie diese Angebote langfristig zu sichern sein werden. Dass es möglich ist, weite Teile der psychosozialen Angebote für die spezielle, schutzbedürftige Klientel der Folterüberlebenden und traumatisierten Personen zu öffnen, hat das Projekt gezeigt. Es liegt nun auch an der Politik, die Verantwortung zu tragen, das Menschenrecht auf Behandlung aufrecht zu erhalten. (Quelle: Homepage des Vereins Zebra)
Laut Beschluss der Landesregierung am Montag, dem 13.11., erhält der Verein ZEBRA für sein Engagement um die Behandlung von Folteropfern in der Steiermark den diesjährigen Menschenrechtspreis des Landes Steiermark.
In einem dreijährigen Projekt (2004 -2007) arbeitet Zebra derzeit daran, die Verbesserung und den Ausbau der Behandlungs- und Beratungsangebote für Folteropfer in der Steiermark zu erreichen. Spezielles Augenmerk liegt dabei auf den ländlichen Regionen die über keine spezialisierten Angebote an Beratung, Psychotherapie und psychosozialer Betreuung für Flüchtlinge und traumatisierte Personen verfügen. In diesen strukturschwachen Regionen sind jedoch viele AsylwerberInnen untergebracht. Sie treffen auf lokale Gesundheitsinstitutionen, die auf die Arbeit mit Folterüberlebenden und traumatisierten Personen vielfach nicht vorbereitet sind. Der Ansatz von Zebra ist es daher, diese Einrichtungen zu unterstützen, zu schulen und zu coachen. Neben dem bereits dort arbeitenden Personal werden auch spezielle Schulungen für Dolmetscher in Therapiesituationen angeboten und ein Netzwerk von DolmetscherInnen erstellt. Hauptpartner in den Regionen sind die psychosozialen Zentren (PSZ) in den Bezirken Hartberg, Leibnitz und Kapfenberg.
Partner des Projekts sind neben den genannten PSZ der Dachverband der sozialpsychiatrischen Vereine und Gesellschaften Steiermarks, die Landesnervenklinik Sigmund Freud, der Steirische Landesverband für Psychotherapie, und die European Association for Psychotherapy.
Gemeinsam mit dem Verein Zebra wurde Christine Anderwald, die Leiterin der Marienambulanz, als Preisträgerin bekannt gegeben. (Quelle: Homepage des Vereins Zebra)
Verein Helping Hands
Am 9. Dezember erhielt Daniela Grabovac, Gründerin von Helping Hands, als eine von drei PreisträgerInnen den – 2007 erstmals vergebenen – Menschenrechtspreis der Stadt Graz. Zebra gratuliert herzlichst.
Der im heurigen Jahr erstmals augelobte Menschenrechtspreis der Stadt Graz soll außergewöhnliche Leistungen für Menschenrechte auf kommunaler Ebene würdigen. Leistungen wie sie in Graz im Besonderen auch von der Organisation „Helping Hands“ und ihrer Gründerin und Hauptverantwortlichen Daniela Grabovac erbracht werden. Dieser Meinung pflichtete auch die Grazer Jury bei und kürte die vom Verein ZEBRA Vorgeschlagene zu einer von drei PreisträgerInnen der ersten Stunde. Neben der öffentlichen Anerkennung wurde ihr langjähriges Engagement für die von Rassismus und Diskriminierung Betroffenen auch mit einem Preisgeld von 3.000 Euro gewürdigt.
Die weiteren Preisträgerinnen 2007 sind Agnes Truger, Projektreferentin von Welthaus Diözese Graz-Seckau, sowie KR Konsul David Kurt Brühl, Ehrenpräsident der Israelitischen Kultusgemeinde Graz.
WIR GRATULIEREN HERZLICH! (Quelle: Homepage des Vereins Zebra)
Durch bloßen Zufall stieß ich, wie bereits erwähnt, auf den erschütternden Bericht von Michael Schubert, in dem auch der Verein Helping Hands erwähnt wurde. Dieser Verein, geleitet von Daniela Grabovac, der angeblich gegen Diskriminierung kämpft, half ihm laut eigener Aussage nicht im geringsten weiter, als er dringender Hilfe bedurfte. Über die Siegmund Freud Klinik, die auch im Zusammenhang mit der Preisverleihung im Artikel erwähnt wird, gab es in der Vergangenheit so einiges negatives zu lesen. Und auch damit, sowie mit weiteren Institutionen die auch direkt, oder indirekt, mit dem Menschenrechtspreis etwas zu tun haben, hat Herr Schubert Erfahrungen gemacht. Nun haben aber sowohl der Verein Zebra, als auch Daniela Grabovac, die vom Verein Zebra für diesen Preis vorgeschlagen wurde, den Menschenrechtspreis erhalten. Da ist doch etwas faul!
Auch Herr Pfeifer, über den ich ja schon ausführlich berichtete, bekam einen solchen Preis verliehen. Vor allem bei ihm scheint es immer mehr so zu sein, als habe er den Preis tatsächlich nicht verdient. Einige Mitarbeiter von ERfA meldeten sich nämlich vor kurzem auf der Webseite Soned.at um Herrn Pfeifer zu verteidigen. Das pikante an der Stellungnahme der ERfA Mitarbeiter ist die Tatsache, das sie es so darzustellen versuchten, als habe Herr Pfeifer den Preis für sein soziales Engagement und seine Hingabe erhalten, die er als langjähriger Mitarbeiter im Grazer Sozialamt unter Beweis stellte. Vehement wurde jedoch bestritten das der Preis für den Verein ERfA verliehen wurde. Womit sie, wie du, lieber Leser, meinem Blog Artikel über diesen Herren entnehmen kannst, Unwarhheiten verbreiten wollten. Denn auf allen offiziellen Seiten die sich mit dieser Preisverleihung befaßten wurde explizit erwähnt, das Herr Pfeifer den Preis nur dafür bekam weil er den Verein ERfA – Erfahrung für Alle leitet. Er bekam den Preis für 2008 verliehen. Warum ich das an dieser Stelle ebenfalls erwähne? Halte dich fest, lieber Leser, weil neben ihm in diesem Jahr auch der Verein Zebra sowie das Vinzi Dorf ihn erhielten. Der Verein Zebra erhielt diesen Preis erstmals im Jahr 2007 und erneut 2008. Auch das Vinzi Dorf empfing diesen Preis im Jahr 2008 bereits das zweite mal. Erstmalig wurde er an das Vinzi Dorf im Jahr 2005 an Mag. Linde Ressi vergeben. Auch bei der Preisverleihung die 2009 stattfand, wo unter anderem Veronika Dreier, die zusammen mit dem Verein Zebra den Kunstverein Baodo gründete, bekam den Preis verliehen. Auch bei dieser Verleihung dürfte der Verein Zebra wohl eine ganz entscheidende Rolle gespielt haben.
Das ganze ist wohl alles andere als ein Zufall. Denn nicht nur der Verein Zebra, oder das Vinzi Dorf, tauchen immer wieder auf. Auch andere eher als negativ beschriebene Institutionen und Vereine werden als Gewinner der vergangenen Jahre genannt. Bei der Geschichte über diesen Preis greift scheinbar ein Puzzle Teil in das andere, aber das gesamte Bild kann ich noch nicht erkennen. Warscheinlich möchte ich das ganze Ausmaß dessen was dabei zu Tage treten könnte wenn ich dieses Puzzle komplettiere auch garnicht sehen. Ich kann auch nicht sagen ob ich weiter Suchen werde, noch detailliertere Berichte verfasse, nachforsche wer im einzelnen hinter den Personen steckt die den Preis bereits empfangen haben, wer dabei mit wem zu tun hatte, um so den ganzen Irrsinn zu Ergründen der sich hinter dem ganzen vielleicht verbirgt. Unabhängig davon steht für mich jedenfalls fest, das es nicht angehen kann, das Menschen die sich unter Umständen selbst Vorschlagen, einen solchen Preis bekommen. Vor allem wenn es sich bei den Empfängern um solche Menschen und Vereine handelt, von denen bekannt wird, das sie zum einen nicht helfen, zum anderen aber den Menschen eher Schaden als Nützen könnten. Das alles spottet dem wofür der Preis angäblich stehen soll in jeder nur erdenklichen Weise. Und alles das, was ich bisher herausfinden konnte rückt ihn, wie auch seine Empfänger, in ein höchst negatives Licht.
Zum Abschluß dieses Artikels möchte ich dir, lieber Leser, ans Herz legen, dir Herrn Schuberts Bericht genau durchzulesen. Was da an abgründigem Zutage gefördert wird ist kaum zu fassen. Dort werden auch einige der Akteure genannt, die auch mit dem Menschenrechtspreis zu tun haben. Unter anderem Franz Voves, der seines Zeichens Landeshauptmann der Steiermark ist. Und er verleiht unter anderem auch den Preis, über den ich hier geschrieben habe. Wer danach noch an Recht und Gesetz, an Menschlichkeit, an Gerechtigkeit, Hilfsbereitschaft oder das gute im Menschen in unserem Land zu glauben, möge sich hier melden. Denn für soviel Optimismus wäre ein Preis wirklich verdient. Ein Preis für unerschütterlichen Optimismus und Blauäugigkeit.
Weiterführende Links
-
- Verein Helping Hands
- Verein Zebra
- Verein Baodo gegründet von Monika Dreier und dem Verein Zebra
- Landespressedienst des Landes Steiermark
- Landesnervenklinik Sigmund Freud in Graz
- Michael Schuberts Bericht
- Menschenrechtspreis für Zwangsmaßnahmen Betreiber
- Soned Eintrag vom 25.02.2009 um 16.07 Uhr – von Mag.a – G. O. / ERFA – wofür kämpfen Sie eigentlich?
- Vinzi Dorf